VorOrt
Nr. 41, Juni
2007
Zeitung für das andere Vaihingen
Im neuen Paradies ist die Strahlenbelastung
besonders hoch
Auch wenn sich die innerstädtische
Rangliste zwischenzeitlich
etwas verändert haben
sollte: Kleiner geworden
ist die absolute Belastung
um den Unteren Grund
ganz sicher nicht. Dominierend
unter den gemessenen
Belastungsquellen ist
die Mobilfunkstrahlung.
Meßpunkt war der Kreisverkehr
an der Zusestraße. In
dessen direkter Nachbarschaft
wurden jüngst Neubauwohnungen
fertig, von denen der
größte Teil auch schon
bezogen ist. Die Verkäufer
der neuen Wohnungen und
Häuser warben mit dem
Spruch: “Wohnen im Paradies”.
Die Objekte liegen allerdings
lediglich an der Paradiesstraße.
Doch konnte jeder Interessent
die Mobilfunkanlagen
- es handelt sich um
die Sender auf den Bürogebäuden
des Gewerbegebietes STEP
und den Masten nahe der
S-Bahn-Haltestelle Österfeld
- deutlich sehen. Warum
aber haben sich dann
so viele Familien mit
Kindern dort angesiedelt?
Vielleicht liegt es auch
an der verharmlosenden
Zurückhaltung der Presse.
So titelten die “Stuttgarter
Nachrichten” am 8.10.2003
auf Seite 18: “Funkstrahlung
liegt weit unter den
Grenzwerten”. Tatsächlich
hatte man damals am Kreisverkehr
Zusestraße 4,53 Prozent
des vom Gesetzgeber zugelassenen
Grenzwertes gemessen.
Der allerdings ist extrem
hoch angesiedelt. So
erlaubt das 26. Bundesimmissionsschutzgesetz
aus dem Jahr 1997 eine
Belastung der Bevölkerung
mit 9 Millionen Mikrowatt
pro Quadratmeter (E-Netz),
beim D-Netz sind 4,5
Millionen zulässig. Die
Bundesärztekammer und
andere Ärzteorganisationen
empfehlen dagegen lediglich
1000 Mikrowatt pro Quadratmeter,
Dr. L.von Klitzing (Uni
Lübeck) hielt 2001 maximal
10 Mikrowatt für vertretbar,
während der Bundesverband
Elektrosmog tagsüber
maximal 1 Mikrowatt und
nachts,wo sich der Körper
regeneriert, lediglich
0,01 Mikrowatt je Quadratmeter
empfiehlt. 4,53 Prozent
von 9 Millionen - das
sind jedoch mehr als
400 000 Mikrowatt je
Quadratmeter. Ein Wert,
der auch die großzügigen
Empfehlungen der Bundesärztekammer
bereits um das Vierhundertfache
übertrifft. Nachdem verschiedene
Stuttgarter Bürgerinitiativen
dem Stuttgarter Oberbürgemeister
6000 Unterschriften gegen Funkantennen
übergeben hatten, entgegnete dieser
laut StZ vom 17.2.07, keine Studie
gefunden zu haben, die eine gesundheitliche
Gefährdung durch Mobilfunk nachweise.
Im Gegensatz dazu weisen Wissenschaftler
und Ärzte auf Hirnstromänderungen,
Chromosomenbrüche (oftmals die
Vorstufe von Krebserkrankungen),
Blutbildveränderungen und andere
Stoffwechselreaktionen hin. Im
Zusammenhang mit Mobilfunk werden
weiterhin unter anderem folgende
Effekte diskutiert: Schlafstörungen,
Hyperaktivität, Hörsturz, hoher
Blutdruck, Herzrasen, Krebs, insbesondere
Leukämie. Notwendig ist deshalb
eine drastische Reduzierung der
gesetzlich zulässigen Strahlungsgrenzwerte
sowie ein ausreichender Abstand
zu sensiblen Bereichen wie Wohngebieten,
Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern
usw. Als besonders Betroffener
kann sich jeder fühlen, der im
400-Meter-Umkreis einer solchen
Sendeanlage wohnt oder arbeitet.
Wer an der Gründung einer Bürgerinitiative
Vaihingen interessiert ist, kann
sich an VorOrt wenden - Mobilfunkmasten
stehen im Stadtbezirk nicht nur
im Unteren Grund, auch das Gebiet
um den Schillerplatz und die Rohrer
Ortsmitte ist davon geradezu übersät.
Selbst auf dem Dach des Pflegeheims
auf der Rohrer Höhe befindet sich
eine Sendeanlage. Weitere Informationen:
www.der-mast-muss-weg.de Presseerklärung der Stuttgarter Mobilfunkinitiativen vom 7. 2. 2007 (Auszug) Die Initiativen Burgholzhof, Hofen, Kaltental, Killesberg, West und Weilimdorf fordern eine verträglichere Mobilfunkpolitik: Integrierte Netzplanung, Beteiligung und Information der betroffenen Anwohner, Kontrolle der freiwilligen Selbstverpflichtungen der Mobilfunkindustrie, z. B. bei Sicherheitsabständen zu Schulen und Kindergärten. Während immer mehr Kommunen Mobilfunkmodelle entwickeln, um die Strahlungsbelastung der Bürger möglichst gering zu halten, herrscht in der Landeshauptstadt Antennenwildwuchs, die Belastung wächst im Rahmen des UMTS-Ausbaus rapide. Jegliche bisher existierenden Sicherheitsabstände zu Kindergärten, Schulen und anderen empfindlichen Bereichen wurden vor kurzem von der Stadt abgeschafft, Kontrollmessungen finden so gut wie nicht statt, im Stadtplanungsamt werden zum Teil veraltete Messungen vorgelegt. Obwohl inzwischen selbst das Bundesamt für Strahlenschutz zur Vorsorge mahnt, ist das in Stuttgart kein Thema. Die Stadt darf sich nicht weiter zur Marionette der Mobilfunkindustrie machen lassen. Die rücksichtslose Mobilfunkpolitik der Stadt schädigt die Bürger in mehrfacher Hinsicht. So müssen bereits mehrere Betroffene wegen Gesundheitsbeschwerden mit erheblichem Verlust ihre Wohnungen verkaufen. Jugendclub Rohr lädt zum 33. Seefest (9.-10. Juni)
Das Programm
Samstag:
12:00 Licksticks
(Punk‘nRoll)
14:00 Sfen
(RedHAiredPowerPop)
16:00 Dread Cannibals
(Skate-Punk aus München)
18:00 Pure Sickness
(HC-Metalcore)
20:00 Mindead
(Metal)
Nicht mehr nur denkbar, sondern bereits Realität (von Guido Schönleber) Wie würden Sie reagieren, wenn im Supermarkt der Filialleiter mit dem Notizblock neben Ihnen her geht und alles notiert, was in Ihrem Einkaufskorb landet, um sie anschließend freundlich um die Vorlage Ihres Personalausweises zu bitten, damit er seiner Liste noch Ihren Namen und Adresse hinzufügen kann? Viele Kundinnen und Kunden haben solcher Praxis bereits freiwillig zugestimmt. Wer sich beim Einkauf mit Bonuspunkten belohnen lässt, dem wird, hat er genügend Punkte gesammelt, eine kleine Prämie beschert, ein Fön, ein Flaschenöffner oder ähnlicher Krimskrams. Mußte man früher die Rabattmarken eigenhändig in ein Heftchen kleben, übernimmt heute der Computer das Sammeln und Sichten. In Deutschland gibt es zwei große Betreiber dieses Rabatt-, Bonus- und Kundenbindungssystems: Payback und Happy Digits, die gemeinsam über mittlerweile 45 Millionen Kundendateien verfügen. Daran angeschlossen sind Unternehmen wie z.B der Otto-Versand, AOL, Real, Telekom, Tengelmann, Neckermann und die Autovermietung Sixt. Was er sich mit den netten Prämien sonst noch so einhandeln kann, weiß der „beschenkte” Kunde meist nicht. Zum Beispiel dies: Kunde König, ein fleißiger Punktsammler, schließt bei Neckermann eine Lebensversicherung ab. König ist auch Stammkunde bei Tengelmann, wo er regelmäßig eine Flasche Wodka und zwei Schachteln Zigaretten kauft. Was König nicht weiß: Tengelmann meldet den Schnaps- und Kippenkauf an Neckermann weiter. Dort sitzt Königs Versicherungsvertreter. Aha, sagt der, König trinkt und raucht - da gehen wir mit der Prämie aber mal kräftig rauf. Was die Versicherung nicht weiß: König kauft Schnaps und Zigaretten gar nicht für sich selbst, was aber keine Rolle spielt. Es zählt nur, dass er bei Tengelmann bezahlt hat und in der Kundendatei gespeichert ist. Angesichts der am Bonus-Syst-em beteiligten Unternehmen wird die Datensammelei zur schönsten Spielwiese. Wer bei Quelle seine Sportkleidung kauft, könnte auch daran interessiert sein, bei Sixt ein schnelles Auto zu mieten. Das wiederum könnte auf Grund des erhöhten Risikos die Prämie seiner Versicherung nach oben treiben. Die gesammelten und weitergeleiteten Daten ermöglichen es, das Kaufverhalten des Kunden nahezu vollständig zu überwachen: man weiß, wann und was er in welchem Geschäft gekauft hat. Anhand der Waren läßt sich dabei nicht nur ein Käufer-, sondern auch gleich ein Persönlichkeitsprofil erstellen. Wer ständig Punkte sammelt, der erzählt der Dame an der Kasse, ob und wie viele Kinder er hat, und was er sonst noch so alles treibt. Es ist, als ob man im Supermarkt sein intimstes Tagebuch öffnet und wildfremden Menschen daraus vorliest. Weil das ganze aber völlig verdeckt unter dem Mäntelchen, Bonuspunkte ergattern zu können, geschieht, unterwerfen sich viele Kunden „freiwillig” der vollständigen Überwachung. Payback und Happy Digits setzen auf das Prinzip: was der Kunde nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Bei Banken und Sparkassen sind diese Praktiken schon lange Routine. Wer einen Kredit aufnehmen will, wird durch den Rechner geschickt und allerlei Wissenswertes zu seiner Kreditwürdigkeit erscheint vor den Augen des Bankangestellten. Das hier beschriebene Bonussystem - das hinter der Hand betriebene Sammeln und Auswerten von Daten - ist nur noch vergleichbar mit der polizeilichen Rasterfahndung. So wie ein Krimineller anhand der erfassten Merkmale ausgesondert werden soll, so soll auch der Kunde durch Preisgabe seines Kaufverhaltens durch ein Raster fallen. Seine Vorlieben sind erfaßt, können ausgewertet und an Dritte weiter gegeben werden. Anstelle der Tante Emma vom Konsum arbeitet inzwischen die EDV-Spezialistin; an Ladentratsch hat sie kein Interesse mehr, sie erfährt auf andere Weise, was sie wissen muß, um die Gewinne des Supermarkts zu maximieren.
ISA ruft zum Widerspruch gegen Honigwiesen-Bebauung Entgegen dem einstimmigen Votum des Vaihinger Bezirksbeirats hat der Gemeinderat jüngst die Überbauung der Honigwiesen auch noch entlang der Katzenbachstraße beschlossen. Dagegen sammelt die Bürger-Initiative „ISA e.V.” nun Unterschriften in der Vaihinger Bevölkerung. Wie die Initiative feststellt, hat Vaihingen in den letzten fünfzehn Jahren einen großen Teil der baulichen Entwicklung Stuttgarts verkraften müssen: Unterer Grund, Obere Waldplätze, Lauchäcker und viele Randbereiche wurden zu neuem Siedlungsgebiet. Wertvolle Flächen für die Naherholung der Bevölkerung und für die Frischluftzufuhr in Stuttgarts Mitte gingen dadurch verloren. Nach der Zahl seiner Einwohner ist Vaihingen bereits der zweitgrößte Stuttgarter Außenbezirk mit riesigen Gewerbegebieten, hat aber nur noch 13% seiner Fläche für Naherholung, Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz übrig. Und durch die neuen Baugebiete wurde lediglich ein Drittel des in dieser Zeit neu entstandenen Wohnraums geschaffen, zwei Drittel wurden innerhalb der bereits bebauten Flächen durch Nachverdichtung - meist auch hier auf Kosten von Grünbereichen - realisiert. Diese Fakten hatten zumindest auch dem Vaihinger Bezirksbeirat eingeleuchtet, er lehnte Ende 2006 eine weitere Bebauungsplanung wie sie eine Liste des Verwaltungsbürgermeisters Föll für neue Wohngebiete in Stuttgart auch für die Vaihinger Honigwiesen entlang der Katzenbachstraße vorsieht, einstimmig ab. Denn übrig geblieben sind in Vaihingen tatsächlich nur noch drei Freiflächen: Das Naturschutzgebiet Büsnauer Wiesental, das Landschaftsschutzgebiet Rosental - und eben die Honigwiesen. Dort fehlt der Landschaftsschutz, weshalb das Gebiet, in dem der Nesenbach seinen Lauf aufnimmt, schon lange ins Visier der Planer und baulustiger Grundstückseigentümer geraten ist: Nicht genug damit, dass im westlichen Teil Sportplätze gebaut werden sollen und dass entlang der Honigwiesenstraße in Kürze die dortigen Kleingärten und Wiesen weiterem Wohnungsbau weichen müssen. Nein, nun soll auch noch entlang der Katzenbachstraße gebaut werden. Die Folgen dieser hektischen Siedlungstätigkeit: Mehr als 44.000 Vaihinger/innen werden bald nur noch in den umliegenden Stadtbezirken Raum für die Feierabenderholung, den Spaziergang im Grünen oder das unbeaufsichtigte Kinderspiel finden. Auch der letzte landwirtschaftliche Pächter wird sich aus Vaihingen zurückziehen, so dass auch die Pflege der Naturschutzflächen im Büsnauer Tal gefährdet ist. Nach dem Willen des Stuttgarter Gemeinderats soll trotzdem in Kürze ein Bebauungsplan aufgestellt werden, obwohl Vaihingen bereits jetzt deutlich stärker versiegelt ist als der Stuttgarter Durchschnitt. Der ISA ruft deshalb alle Vaihinger auf, mit ihrer Unterschrift die Gemeinderäte von ihren Bauabsichten abzubringen. Die Stuttgarter Flughafenbetreiber haben noch mehr vor Geheime Pläne für neue Startbahn am Plieninger Ortsrand Entgegen den offiziellen Verlautbarungen der Stuttgarter Flughafengesellschaft, wonach derzeit verschiedene Alternativen für den Bau einer zweiten, kürzeren Start- und Landebahn südlich der bestehenden Rollfläche untersucht werden, lassen die Flughafenbetreiber derzeit auch Möglichkeiten für den Bau einer Start- und Landebahn nördlich der Autobahn am Ortsrand von Plieningen prüfen. Nach VorOrt vorliegenden Informationen aus verständlicherweise nicht genannt werden wollenden Kreisen der Flughafengesellschaft, haben die Flughafenbetreiber bereits ein regionales Planungsbüro beauftragt, auch den Bau einer zweiten Start- und Landebahn auf den Feldern nördlich der Autobahn am Ortsrand von Plieningen zu untersuchen. Die Erweiterung ist östlichen der Messe vorgesehen und könnte sich von Plieningen bis kurz vor Scharnhausen erstrecken. Aus Flughafenkreisen ist zu hören, dass dieser Standort den großen Vorteil böte, nach Westen startende Flugzeuge nicht mehr über die Weidacher Höhe bringen zu müssen.
Dass damit noch mehr Wohngebiete in nächster Nähe startender und landender Maschinen liegen, scheint kein Hindernis zu sein. Auch die Überfahrung der Autobahn durch aus- und anrollende Jets wird wohl für lösbar gehalten.
Dem Vernehmen nach ist auch bereits der schon von der Rekrutierung von Gelände für die Messe bekannte „Sondierer” für die Flughafengesellschaft in geheimer Mission unterwegs, um bei den Landwirten in diesem Bereich mögliche Verkaufsbereitschaft ihrer Äcker zu erkunden.
Gegen den Bau einer weiteren Startbahn, egal wo, sammelt die Schutzgemeinschaft Filder derzeit Unterschriften. |
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